„Ein ganz kurzweiliger Nachmittag“

„Ein ganz kurzweiliger Nachmittag“

Ein Beitrag von Hermann Schmid über die Festeröffnung im März.

Zahlreiche Ehrengäste aus Kommunalpolitik und Ehrenamt waren zur Festeröffnung gekommen. So war durch Staatssekretärin Carolina Trautner sogar die Staatsregierung vertreten

Musik, Tanz und ein informativer Festvortrag – der offizielle Auftakt zum Jubiläumsjahr beeindruckt viele Adelsrieder und ihre Ehrengäste

Nicht nur die Staatssekretärin zeigte sich am Ende des Nachmittags beeindruckt. Eine „geniale Idee“ nannte Carolina Trautner spontan das Konzept, das Adelsrieder Dorfjubiläum über mehrere Monate hinweg mit Vorträgen, Veranstaltungen und einem zehntägigen Mitmach-Fest zu begehen. „So können alle was mitbekommen.“ Die CSU-Politikerin hatte den offiziellen Auftakt zum Jubiläumsjahr im Schützenheim am Tisch der Ehrengäste – unter anderem waren Landtagsabgeordneter Johann Häußler, die stellvertretende Landrätin Sabine Günwald, die Bürgermeister mehrerer Nachbargemeinden und Walter Aumann, der Vorsitzende der Regionalentwicklung  Augsburger Land West zugegen – verfolgt.

Den Festvortrag von Prof. Dr. Rolf Kießling fand Carolina Trautner „sehr beeindruckend“. Sie habe „sehr viel Neues mitgenommen, das mir nicht bewusst war“. Zusammen mit den Stücken der Bläsergruppe des Musikvereins Adelsried und den Tanzvorführungen der Gruppe „Saltamus“ aus Biberbach sie es „ein ganz kurzweiliger Nachmittag“ gewesen. Die Staatssekretärin im bayerischen Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales lobt auch noch das Konzept des Adelsrieder Jubiläumsjahres: „Über das ganz Jahr hinweg zu feiern ist besser als ein großer Festakt.“

Schon an den Festvorbereitungen, so stellte die stellvertretende Landrätin Sabine Grünwald in ihrem Grußwort fest, sehe man „das große Engagement der Bürger für ihre Heimat“. Dies sei, das hatte Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann in ihrer Begrüßung bemerkt, heute nicht mehr selbstverständlich. Denn in der Entwicklung vom traditionellen Dorf zur Pendlergemeinde könne auch Gemeinschaftssinn verloren gehen. „Heute erledigt die Gemeindeverwaltung die Gemeinschaftsaufgaben.“ Sie könne sich noch erinnern, dass vor einigen Jahrzehnten bei der Modernisierung der Wasserversorgung ihr Vater mit anderen Männern des Dorfes den Tiefbrunnen von Hand ausgeschachtet habe, auch die Leitung ins Dorf wurde in Gemeinschaftsarbeit gelegt.

Früher habe eine Gemeinde noch selbst viele soziale Aufgaben wahrgenommen, stellte die Bürgermeisterin fest und nannte als Stichworte „Armenhäuser“, das „Waisenhaus“ und die „Mündelkartei“. Heute kümmern sich regional tätige Behörden darum, das Gefühl der Verantwortlichkeit vor Ort schwinde. Sie sei deshalb sehr froh um den Sozialfonds der Vereine, der in Adelsried seit einigen Jahren aktiv sei.

Selbstverständlich warb Erna Stegherr-Haußmann bei dieser noch einmal für das Mitmach-Fest zum Dorfjubiläum im August und die weiteren Veranstaltungen im Vorfeld. Sie und ihre Mitstreiter im Festausschuss traten bei dieser Gelegenheit in mittelalterlich anmutenden Gewändern auf. Neben zahlreichen Ortsvereinen konnte sie auch Vertreter von auswärtigen Gruppierungen wie dem Musikverein Bonstetten und dem Heimatverein Welden begrüßen, die sich am Mitmach-Fest mit eigenen Hofstellen beteiligen. „Wir wollen die Vergangenheit nicht vergessen“, betonte sie, „aber auch nicht darin verharren“. Deshalb sei das Fest und der große Umzug bewusst als Zeitreise geplant.

Der Festausschuss mit den fleißigen Damen der Nähstube

Die Bürgermeisterin dankte auch den Aktiven der Adelsrieder Nähstube, die auch die Kuchen für diesen Vortrags-Nachmittag gebacken hatten, sowie Hannelore Wirth für die liebevoll mit alten Adelsrieder Postkarten gestalteten Tischdekorationen. Und ein besonderer Dank ging an die Mitglieder des Schützenvereins, die den Raum für den Festvortrag zur Verfügung gestellt hatten und auch als Servicekräfte im Einsatz waren.

Die Tanzgruppe Saltamus aus Biberbach setzte farbige Akzente

Zwischen Grußworten und Festvortrag sowie zum Ausklang des Nachmittags führte die Tanzgruppe „Saltamus“ (lateinisch für „Wir tanzen“ oder „Lasst uns tanzen“‘) historische Tänze, deren Ursprünge in England zwischen etwa 300 und 600 Jahren zurück liegen. In „Wakefield Hunt“ werden Motive der Jagd aufgegriffen, der „Horlepipe“ kam über Schottland und Holland nach Europa. Die Tanzgruppe hat sich übrigens vor 22 Jahren in der Kolpingfamilie Biberbach zusammengefunden, als dort die 300. Wiederkehr der Kirchweih gefeiert wurde. Sie trat inzwischen bei viele historischen Festen in der Region auf – und sie wird im August auch wieder in Adelsried zu sehen sein.

Die “kleine Besetzung” der Adelsrieder Musikanten sorgte für den richtigen musikalischen Rahmen
Ludwig Lenzgeiger